Hamburger Zauberworte: RENDITE RENDITE RENDITE

Fast die Hälfte aller Immobilienkäufer in Hamburg sind Pensionskassen sowie nationale und internationale Fonds: Macht Ihnen das Sorgen?

Mehrfach – nicht nur von uns – auch persönlich in Sitzungen des Planungsausschusses und den Bezirksversammlungen vorgetragen:

STOPPT DEN VERKAUF UNSER ALLER HAMBURGER EIGENTUM VON GRUND UND BODEN

Es kann doch nicht sein, dass Hamburger Politiker über die Köpfe und oft genug gegen unseren Bürgerwillen unser aller Tafelsilber – nicht immer meistbietend (!) – förmlich verscherbeln. Um sie dann „schildbürgermässig“ – wie bei unserer alten HEW u.v.a. – überteuert zurückkaufen, weil man merkt, welchen Bock man eigentlich damals und heute immer noch geschossen hat…. Um uns dann mitzuteilen – die Mieten explodieren und man wüsste gar nicht woher das kommt…?!? Hier die sehr gute Recherche…

LAST BUT NOT LEAST:

Wandsbeker Rathaus – Der schlechteste Immobilien-Deal der Stadt – Mopo v. 15.6.18 hier…


 

Advertisements

Süddeutsche Zeitung: Hamburg-Gute Typen..

Die Saga-Unternehmensgruppe will im Hamburger Stadtteil Farmsen günstigen Wohnraum schaffen. (Foto: NH Studio / SAGA)

„In Hamburg hat die städtische Saga Unternehmensgruppe, mit mehr als 132 000 Wohnungen größte Vermieterin der Stadt, ihr erstes, bundesweit einmaliges Projekt gestartet, das alle Sparpotenziale nutzt. Im Stadtteil Farmsen baut der Konzern sein erstes „Systemhaus“, das frei finanzierte Neubau-Mieten von acht Euro ermöglichen soll. Neben der seriellen Fertigung sollen es Typengenehmigungen möglich machen, dass diese Häuser um 15 bis 20 Prozent günstiger errichtet werden können als klassische Bauten.“ Hier mehr…

Soweit – so gut… doch vorher sollten wir in Hamburg zunächst verbindlich festschreiben, dass zukünftig keine städtischen Grünflächen, Landschaftsschutzgebiete oder gar Naturschutzgebiete sowie Biotope den Finanzhaien, Hedgefonds und sog. Heuschrecken zum Opfer fallen (man spricht auch vom Tafelsilber). Unser Transparenzportal in Hamburg (mit „kann-und nicht Muss-Regelung“) sollte in der Lage sein, mögliche Geldwäsche, Bestechungen und sonstige „Unregelmäßigkeiten“ offen zulegen.

Sanierungs-Irrsinn Seit Jahren: SAGA lässt Wohnungen leerstehen

HLKV_CMYKQuelle: Mopo Hamburg 2.3.18

Altona-Altstadt

Mitten in Altona-Altstadt, in Sichtweite der Wohnung von Olaf Scholz, stehen seit Jahren acht Wohnungen leer. Das Gründerzeithaus in Traumlage gehört der städtischen Wohnungsgesellschaft Saga. Die früheren Mieter mussten in teurere Wohnungen umziehen – für eine Sanierung, die bisher nicht stattfand.

„Städtisch und fürsorglich war das nicht, was mit uns gemacht wurde“, erklärt eine frühere Bewohnerin des Hauses Schillerstraße 16. Bis 2014 hat sie in dem Haus mit der hübschen Gründerzeitfassade gewohnt, schräg gegenüber vom Bürgermeister. Die Mutter von zwei Kindern spricht von „Druck“, der auf die Bewohner ausgeübt wurde, seit die Saga 2012 die Sanierung des denkmalgeschützten Hauses angekündigt hatte. So hat die Saga etwa – erfolglos – versucht, die Wohnungen beim Bezirksamt Altona für „unbewohnbar“ erklären zu lassen.

Andree Wenzel, ihr einstiger Nachbar, nennt das Vorgehen des städtischen Vermieters „skandalös“: „Die haben das Haus entmietet und lassen es jetzt verfallen.“ Gestern, bei minus acht Grad, stand ein Fenster im ersten Stock offen.

Einige Wohnungen stehen seit 2013 leer. Im Januar 2015 waren sieben Familien ausgezogen, die letzte Mieterin strich 2016 die Segel. Anschließend wurde die Heizung herausgerissen und einige Decken geöffnet. Sonst passierte – nichts. Wie kann das sein?
Das städtische Unternehmen schiebt den Schwarzen Peter dem Bezirksamt Altona zu: „Die Saga-Unternehmensgruppe hat am 4. Dezember 2015 einen Antrag für die Baugenehmigung eingereicht“, erklärt Saga-Sprecher Gunnar Gläser, „eine endgültige Baugenehmigung erhielt das Unternehmen erst am 9. Februar 2018.“ Das Bezirksamt konnte die lange Bearbeitung gestern noch nicht erklären.

Das Wohnen an der Schillerstraße war günstig: 760 Euro warm für 85 Quadratmeter mit Zugang zum Garten – ein Traum. „Die Wohnung, die die Saga uns als Ersatz geboten hat, kostet uns jeden Monat 400 Euro mehr“, erklärt die frühere Bewohnerin. Die Wohnungen waren in Ordnung: „Wenn wir kleinere Reparaturen, etwa im Treppenhaus, forderten, wurden wir abgewimmelt – und plötzlich tat die Saga so, als stünde das Haus vor dem Zusammenbruch.“

Jurist Marc Meyer von „Mieter helfen Mietern“, der die Bewohner 2013 im Streit mit der Saga vertreten hat, ist entsetzt: „Es ist unter sozialen und rechtlichen Aspekten unerträglich, dass das städtische Wohnungsunternehmen ein gut funktionierendes Mietshaus entmietet und jahrelang leer stehen lässt.“

Ursprünglich sollten die Bauarbeiten Ende 2014 fertig sein. Neuer Termin: Baubeginn frühestens Oktober 2018. Bezugsfertig wären die Wohnungen ein Jahr später.

Kommentar: Augen auf, Herr Bürgermeister!

Die Saga lässt acht Wohnungen im begehrten Altona jahrelang leerstehen – unfassbar.  Die Erklärung des Unternehmens: zweifelhaft. In Zeiten , in denen riesige Neubauprojekte in „beschleunigten Verfahren“  ratzfatz genehmigt werden, soll das Prozedere bei diesem Haus  zwei Jahre gedauert haben? Was viel näher liegt: Ebendiese Neubauten kosten die Saga so viel Geld und Arbeitskräfte, dass so ein paar leerstehende Bestandswohnungen als Pipifax gelten. Und der stolze Wohnungsbaumeister Olaf Scholz? Der hat immer gerade die Augen zu, wenn er an dem städtischen Leerstand in seiner Straße vorbeifährt. Augen auf, Herr Bürgermeister!