++Gefilmt! Wie zerstöre ich ein 36 ha = 360.000qm Landschaftsschutz-/ Naturschutzgebiet in Hamburg?

…. und nebenbei ein ca. 200 Jahre altes Biotop der zweithöchsten Klasse in Deutschland? Alle erschütternden Informationen auch hier…


19.3.19 – dieses Video wurde offensichtlich s o f o r t vom Eigentümer Victoria-Park gelöscht….!


Der Rundblick 18.3.19 berichtet hier….

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„In Stapelfeld will der Betreiber zukünftig 120 000 Tonnen Klärschlamm trocknen und die restliche Masse von 30 000 Tonnen verbrennen.“

So berichten die Lübecker Nachrichten 13.2.19

Die gehören wem? Mehrheitlich Madsack – 95,74%

Alle Infos hierzu und zukünftig: hier….

Aber viel schlimmer: nicht nur Großhansdorf sollte sich Gedanken machen: Auch Rahlstedt – mit bald 110.000 Einwohnern größter Stadtteil Hamburgs (und ca. so groß wie Trier, Remscheid oder Erlangen) und die GRÜNEN/ Oliver Schweim sollten sich Gedanken machen!

Zitat LN: „Dadurch, so Voß (Großhansdorfs Bürgermeister Janhinnerk Voß), würden Schadstoffe wie Dioxine und Furane freigesetzt.“

Kritik zum Interview von Frau Dr. Stapelfeldt im HA – 30./31. Oktober 2017 Seite 10

Es folgen Aussagen von Frau Stapelfeld und was unseres Erachtens nicht wahr daran ist!

Stapelfeld:

Mein Ziel als Stadtentwicklungssenatorin ist, das grüne Erbe Hamburgs zu erhalten.

Was stimmt hier nicht?

Auf der Stadtwerkstatt Nr. 13 im Nov. 2016 haben alle Immobilienvertreter auf der Bühne betont, dass der Mix von 1/3 Wohnungen bei 8 €/qm nur zu halten ist, wenn auf der grünen Wiese gebaut wird. Darauf hat sie keine Antwort parat gehabt.

Ihre Behörde plant also weiteren Flächenverbrauch.

Alle Forderungen nach Netto-Null bleiben unbeantwortet, der grüne Staatsrat Pollmann hat Netto-Null auf dem BUND-Fachtag in der HCU erst ab 2040 in Aussicht gestellt.

Stapelfeld:

Die Stadt wird bis 2030 70 Tsd. zusätzliche Haushalte erhalten, seit 1986 wächst sie kontinuierlich.

Was stimmt hier nicht?

Sie blendet aus, dass solche Prognosen in der Regel davon ausgehen das alle Bedingungen gleichbleiben, d.h. die Prognostiker setzen genau die Politik voraus, die dieses Wachstum anheizt.

Damit nimmt sie sich rhetorisch aus der Verantwortung für das Wachstum.

Darüber hinaus verschweigt sie, dass ein Bevölkerungswachstum zugunsten Hamburgs auch in der Metropolregion außerhalb der Hamburger Stadtgrenzen realisiert werden könnte, aber ein unkoordinierter Wettbewerb Hamburgs mit den Nachbarländern um Gewerbe und Steuerzahler stattfindet.

Stapelfeld:

Es entstehen in allen neuen Stadtgebieten neue Parks und auf dem A7-Deckel ein Grünzug.

Was stimmt hier nicht?

Wenn es ihrer Meinung nach genug kompensatorische Flächen gebe, warum wird dann die Netto-Null-Forderung der Verbände nicht ernsthaft geprüft oder gar erfüllt?

Sie leugnet, dass das noch gültige Grünachsenmodell Hamburgs an zahlreichen Orten längst durch Bauten als Biotopverbund entwertet wurde – Beispiel Osdorfer Achse.

Stapelfeld:

Es wird kein Landschaftsschutzgebiet geopfert, und wenn doch, dann nur ganz gering.

Was stimmt hier nicht?

Einfach falsch, z.B. die riesigen Bauten in der Osdorfer Feldmark für die 3,4 Kilometer langen Röntgenlaseranlage European XFEL, deren große Experimentiergebäude mitten in der Osdorfer Grünachse positioniert wurden.

Stellung dazu bezog Manfred Braasch, Landesgeschäftsführer des BUND Hamburg:„Die Realität sieht leider anders aus“ „Für die Planung im Rahmen des Gewerbegebietes „Victoria Park“ in Rahlstedt sollen beispielsweise über 40 Hektar Fläche eines Landschaftsschutzgebietes geopfert werden. In Öjendorf und Hummelsbüttel gehen die Wohnungsbauplanungen ebenfalls zu Lasten der Landschaftsschutzgebiete. Über 150 Hektar des Hamburger Grünen Netzes sind bereits jetzt von laufenden B-Planverfahren betroffen.“ Angesichts der 150.000 Wohnungen, die Stapelfeldts Behörde für die nächsten eineinhalb Jahrzehnte anstrebe, brauche man viel Phantasie, um sich vorzustellen, wie dieses Ziel ohne qualitativen Naturverlust umgesetzt werden könnte, so Braasch.

https://bund-hamburg.bund.net/service/presse/detail/news/wohnungsbau-in-hamburg-planlos-auf-kosten-der-natur/news-topic/flaechenschutz/

„Berechnungen des Nabu zufolge betrugen die Einbußen durch Bebauung in den vergangenen sechs Jahren 246 Hektar. Ein Areal, anderthalbfach so groß wie die Außenalster.“(…) „Die Zahlen des Statistikamts, wonach zwischen 2001 und 2015 etwa 2000 Hektar Grünfläche versiegelt wurden, seien eindeutig. Die Fläche entspricht der zwölffachen Ausdehnung der Außenalster.“

https://www.abendblatt.de/hamburg/article210879949/Flaechenfrass-bedroht-die-gruene-Metropole-Hamburg.html

Stapelfeld:

Es gibt „Perspektiven der Stadtentwicklung“ aus dem Jahr 2014, mit der Strategie „Mehr Stadt in der Stadt“, „Sprung über die Elbe“, Achsenkonzept Schumacher. 2015 „Mehr Stadt an neuen Orten“

Was stimmt hier nicht?

Sie verschweigt, dass der gesamte Funktionsraum der Metropolregion Zuwanderungsattraktivität besitzt und sich Hamburg in kaum erkennbarer Weise bemüht, mit den Nachbarländern ein gemeinsames Wohnbau- und Verkehrs-Konzept aufstellt. Damit wird das Achsenkonzept Schumachers nachgewiesenermaßen ignoriert.

Stapelfeld:

„Natürlich arbeiten wir gut mit dem Umland zusammen. In der Metropolregion gibt es eine enge Kooperation von Wohnungsbau und Verkehrsentwicklung.“

Was stimmt hier nicht?

Das ist schlicht falsch und entspricht Fake-News. Die Institutionen der Metropolregion haben keinerlei Durchsetzungskompetenz, sind völlig auf freiwillige Mitarbeit der Kommunen angewiesen. Die mangelnden Konzepte insbesondere bei einem im Gegensatz zum Autoverkehr schon fehlenden Verkehrsmodell bei den Regionalbahnen, die fehlenden Zielmarken bei der Veränderung des Modal-Split in Richtung umweltfreundliche Verkehre usw.

Hamburg hat sein Wohnungswachstumsprogramm ganz autark beschlossen, da gab es keinerlei Abstimmung mit den Nachbarländern. Besonders prekär ist die Abstimmung mit den niedersächsischen Gebieten, weil dort jeder Kreis seine eigene Regionalplanungshoheit wahrnimmt, während es in SH die Kieler Landesregierung zentral organisiert und die Randkreise Schleswig-Holsteins sich mit der ARGE eine Zusammenarbeitsinstitution geschaffen haben.

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Der Politiker soll sich an der Meinungsbildung des Bürgers beteiligen, aber bitte mit Fakten statt Vernebelung!

Rahlstedt / Stapelfeld: Bauwahnsinn Gewerbegebiet „Victoriapark“ ist erst der Anfang!

Dem HLKV-Verbandsmitglied „Rahlstedt 131“ liegen deutliche Hinweise vor, dass die geplanten  Gewerbegebiete „Minervapark“ und „Victoriapark“ erst der Anfang einer weiterführenden Zerstörung großer Agrar- und Naturflächen sind.

Im oben (Titelbild, untere Skizze) abgebildeten sog. „Betrachtungsraum“ geht es demnach nicht nur um das als solches im Vorwege medial inszenierte Naturerlebnis „Große Heide“, sondern vor allem um weitere großflächige Gewerbeansiedlungen zwischen Großlohe, Stapelfeld, der BAB A1 und Barsbüttel.

Vorgegaukeltes Naturerlebnis vs. faktische Naturzerstörung

Mit Verve plant der Hamburger Senat gemeinsam mit dem Bezirk Wandsbek ein interkommunales Gewerbegebiet in Rahlstedt und Stapelfeld, und versucht, den Anwohnern die Projektierung als städtebaulichen Erfolg zu verkaufen.

Für das Gewerbegebiet, unweit des Zentrums von Rahlstedt, opfert der Hamburger Senat sogar das Naturerbe des angrenzenden Landschaftsschutzgebiets den Profitinteressen von Investoren und Spekulanten. Noch schwereren Schaden erleidet aber die Integrität der Stadt- und Verkehrsplanung, zumal das Rathaus mit absurden Argumenten die Bürger von einer Beteiligung ausschließt.

Begonnen hat alles mit einem länderübergreifenden Gutachten 2015 für die Gewerbeflächenentwicklung in einem Betrachtungsraum von Rahlstedt bis Barsbüttel. Im Ergebnis platziert die zuständige Behörde nun das umstrittene Projekt namens Victoriapark in den Landesgrenzen von Hamburg sowie den Minervapark in der Nachbargemeinde Stapelfeld, Kreis Stormarn (SH) – ausgelobt als interkommunales Gewerbegebiet – inmitten eines Landschaftsschutzgebietes. Weitere Gewerbegebiete werden ausgewiesen südwestlich der Autobahnanschlussstelle Stapelfeld und der Autobahn A1 in Barsbüttel. (Länderübergreifendes Gutachten Gewerbeflächenentwicklung, Dez, 2015)

Nun plant Barsbüttel (SH) eine Ausweitung seiner Gewerbeflächen bis an die Landesgrenze von Hamburg, was wiederum der Stadt Hamburg nicht passt. Man erwägt Klage und Beendigung der einstmals als Beispiel gepriesenen „Länder-übergreifenden gelebten Zusammenarbeit in der Metropolregion.“
Während also die schleswig-holsteinische Nachbarschaft die zu erwartende Gewerbesteuer offenbar lieber nicht mit der Stadt Hamburg teilen möchte, erwägt letztere, die gesamte Rahlstedter Feldmark bis zur Gemeinde Barsbüttel als Gewerbegebiet auszuweisen.
Haben die lauernden Investoren dann die Grundstücke im Planungsgebiet aufgekauft, ist mit der zügigen Umsetzung der bereits projektierten Gewerbebebauung zu rechnen – und „Ende Gelände“ mit dem Hochglanz-Vorzeige-Projekt „Grüne Heide“.

Wolfgang Trede von „Rahlstedt 131“: „Im Finden von Ausgleichsflächen ist die zuständige Behörde ja besonders kreativ.  Gern auch mal in angrenzenden Bundesländern, denn Hamburg selbst hat keine Flächen mehr dafür.“

Lobbyisten gehen voran, Politiker folgen, Bürger außen vor

In einer straffen Agenda wird das Projekt durch alle vorgeschriebenen Planungsabläufe getrieben. Und  bereits in der ersten von der Firma „Tollerort“ moderierten Bürgerbeteiligung wurde das Rederecht der Bürgerinitiative „Rahlstedt 131“ eingeschränkt, weil sie den Bedarf des geplanten Gewerbegebiets grundsätzlich in Frage stellt.

„Die Politiker in Hamburg grasen die Stadtränder ab, auf der Suche nach Gewerbeflächen“, so „Rahlstedt 131“. Im deutlichen Widerspruch zu der von Bürgermeister Olaf Scholz und seinen grünen Vasallen aktuell gebetsmühlenartig formulierten Notwendigkeit für neuen Wohnraum.

Provokation Evokation – wenn Bürgermeinung lästig wird

Die Winkelzüge des Rathauses überschatten die öffentliche Wahrnehmung der Gewerbegebietsplanung als Ganzes:  Nachdem ein Bürgerbegehren von der Bürgerinitiative vor dem Bezirksamt Wandsbek eingeleitet wurde, hat der Hamburger Senat das Projekt kurzer Hand übernommen. Evoziert. Mit dem fadenscheinigen Argument, es handele sich um ein interkommunales Gewerbegebiet, das in den Zuständigkeitsbereich des Senats falle: „Der Senat hat das Verfahren an sich gezogen und dem Bezirk eine Weisung erteilt, das Bebauungsplanverfahren mit dem Ziel einer gewerblichen Ausweisung zügig durchzuführen. Damit wird auch der Bezirksversammlung Wandsbek das Entscheidungsrecht entzogen“.

Fragwürdiges Verkehrsgutachten

Zwar wurde ein Verkehrsgutachten für das geplante Gewerbegebiet erstellt, aber eine Verkehrsfolgeabschätzung für nachfolgende Verkehre in Rahlstedt fehlt darin. Bezahlt wurde das Gutachten laut Recherche von „Rahlstedt 131“ pikanter Weise vom zukünftigen Investor Klaus-Peter Jebens.

Eine neue Verkehrszählung (mehrtägige Analyse von „Geoportal“) belegt, wovor „Rahlstedt 131“ schon lange warnt: Das überregionale Verkehrsaufkommen, mit verkehrlichen Auswirkungen vom Autobahnanschluss A1 Stapelfeld auf den innerstädtischen Verkehr in Rahlstedt, wird schneller wachsen, als es die Ersteller des Investorgutachtens prognostizierten.  Die Behörde allerdings hält weiter an ihrem fehlerhaften Verkehrsgutachten fest.

Was getan werden kann

Das Planfeststellungsverfahren steht unmittelbar bevor. Die Planunterlagen werden im Bezirk Wandsbek öffentlich zur Einsicht ausgelegt. Nach Fristablauf von einem Monat gibt es keine rechtliche Möglichkeit mehr, schriftlich geforderte Einwendungen gegen den Bebauungsplan vorzutragen oder gegen das Vorhaben zu klagen.
Die Bürgerinitiative „Rahlstedt 131“ fordert alle betroffenen Bürger dazu auf, ihre Einwendungen termingerecht einzureichen.