477.000 qm – Leerstand…

Hier alle Details und Daten von Statista

Immer noch fast eine halbe Million Quadratmeter, die seit Jahren leer stehen… Versiegelung riesiger Flächen – immer weniger Sozialwohnungen – aber bauen auf den letzten freien, grünen und oft geschützten Flächen…. Schluss damit – es ist kurz NACH zwölf!

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Und dann sagt Palmer den Investoren: „Ich brauche Sie nicht!“

Hier der Bericht…


Ein Kommentar hierzu von J. Reuter :

Boris Palmer legt in dem berichteten Vortrag gegenüber „Investoren“ den Finger fast in die richtige Wunde. Vor allem zeigt er auf, welche Verpflichtungen- und welche Möglichkeiten die Städte- und Kommunen auf der Grundlage aktueller Gesetze besitzen, um gegen Spekulationen am Wohnungsmarkt wirksam vorgehen zu können…wenn sie es denn wollten. Und genau dies ist der springende Punkt: Außer dem Bürgermeister Palmer wollen sie es gar nicht! Mehrheitlich halten sie an der neoliberalen Doktrin fest, der Markt würde es schon richten-… was er ganz nachweislich NICHT tut!
So gesehen sind nicht die Investoren die Buhmänner. Die stehen ja nur auf der Matte, die ihnen dienstwillige PolitikerInnen hingelegt haben! Die Buhmänner, die in den Mittelpunkt der Kritik gestellt gehören, das sind die Erfüllungsgehilfen der Investoren. Und diese „Herrschaften“ hocken mehrheitlich in den Rathäusern.

Wem diese Damen und Herren tatsächlich dienen, dies lässt sich anhand der ausgewählten B-Plan-Verfahren leicht feststellen: Handelt es sich um sogenannte „Vorhabenbezogene B-Pläne“, dann handelt es sich immer um Planungen zugunsten von Investoren. In Hamburg ist dies ganz überwiegend der Fall. Handelt es sich hingegen um klassische B-Plan-Verfahren (Angebots-B-Plan-Verfahren), dann sieht die Sache unter Umständen etwas anders aus. Diese Einschränkung muss deswegen erwähnt werden, weil es sich in Hamburg eingebürgert hat, die nur noch selten angewendeten normalen „B-Plan-Verfahren“ in ein Korsett zu zwängen, welches im Ergebnis dazu führt, dass auch diese Verfahren nicht mehr Ergebnis offen abgearbeitet werden.

So geht Stadtplanung:
Anlässlich des fragwürdigen Senats Verkaufs von Kleingärten in Lokstedt an Beiersdorf im vergangenem Jahr, haben sich der Stadtplaner Mario Blöhm, die Bürgerinitiative „Lebenswertes Lokstedt“ und die Fraktion der LINKEN-Eimsbüttel einmal daran gemacht, einen klassischen B-Plan-Entwurf für das ganze Quartier in Lokstedt- rund um Beiersdorf, zu entwickeln. Das hätte ein bürgerorientiertes Bezirksamt vor dem Verkauf des Grundstückes getan, aber das scheint ihnen einfach nicht in den Kopf zu kommen.
Wer sehen möchte, wie eine sozial verträgliche Nutzungsänderung von Flächen in einem Stadtteil angestellt werden könnte- und müsste, der/die kann sich diese Planungen hier herunter laden: https://www.linksfraktion-eimsbuettel.de – Download des neuen EmiL „Quartiers-Bebauungsplan Lokstedt Eimsbüttel“ (PDF)

Jede politische Partei, wirklich jede politische Partei, die sich in irgendeiner Form an sogenannten „Vorhabenbezogenen B-Plan-Verfahren“ beteiligt- und nicht schärfstens gegen solche Investorenplanungen opponiert, beteiligt sich am sozialen Raubbau- und am Raubbau an der Natur in der Stadt!

Enteignung in Berlin?

Foto: dpa/Wolfgang Kumm

Sehen wir hier China, Rumänien oder ein Entwicklungsland? Nein – ein
historischer und moderner Wohnraum an der Frankfurter Allee im Bezirk Friedrichshain

Ist das ein Denkmodell – auch für Hamburg und andere Großstädte?

„Deutsche Wohnen ist nicht das schlimmste Unternehmen, aber das größte unter den schlimmsten“

So titelt DER TAGESSPIEGEL – der ganze Bericht hier…

Unbehagen am schnellen Wachstum

Die Angst von Rot-Grün vor den Naturschützern

Verhandlungen mit Nabu-Volksinitiative zum Grünschutz gehen in letzte Runden. Scheitern sie, droht ein Volksentscheid

Hamburg.  Die Freundlichkeiten müssen nicht viel bedeuten. Wenn die Vertreter des Naturschutzbundes Nabu und die Fraktionschefs Dirk Kienscherf (SPD) und Anjes Tjarks (Grüne) in den vergangenen Wochen im Rathaus zusammenkamen, gab es meist Brötchen, frischen Kaffee und Kekse – und die Stimmung war so entspannt, dass sich schon zu Beginn alle das Du anboten. Inhaltlich allerdings geht es nach Aussagen von Teilnehmern der bisher fünf Treffen durchaus hart zur Sache. Kein Wunder, denn schließlich streitet man über die Frage, wie Hamburg in zehn, 20 oder 30 Jahren aussehen soll.

Ein Bericht von Jens Meyer-Wellmann – Hamburger Abendblatt – 9.3.2019 Der ganze Bericht hier…

Der Hamburger Landschaft- und Klimaschutzverband (HLKV) kommentiert:

Allein die Tatsache, dass mit den Grünen angeblich darüber gestritten werden muss, wie viel Grünflächen in Hamburg zu erhalten sind, ist schon makaber, zeigt aber den Zustand der Partei und wie sehr diese in die Abhängigkeit der Wirtschaft geraten ist. Vor einigen Jahren hätten sich die Grünen noch gegen Grünflächenvernichtung, die sie heute selbst betreiben, anketten lassen.

Aber nicht nur Rot/Grün hat Angst vor den Naturschützern und dem Unbehagen vieler Hamburger, nein Angst hat auch die Bauwirtschaft, die die Entwicklung Hamburgs gefährdet sieht. Wenn aber Entwicklung Naturvernichtung heißt, würden wir sagen, nein danke. Dann müssen andere Modelle her, um den Wohlstand zu erhalten. Das ist unbequem, aber dann müssen die Entscheidungsträger mal raus aus dem verfilzten Nest der Seilschaften aus Politik und Bauwirtschaft.

Das Gespenst  der schrumpfenden Stadt und deren Folgen bei weniger Bautätigkeit wird immer wieder mit Leerstand, hoher Arbeitslosigkeit und Firmenpleiten, an die Wand gemalt. Dieses Gespenst ist von gestern. Heute drohen eine ungezügelte Verstädterung und eine deutliche Verschlechterung der Lebensumstände der Menschen, weil die Infrastruktur nicht ausreichend mitwachsen kann. Heute sieht man das bereits deutlich in den Schulen und Kitas sowie am Verkehr und dem allgegenwärtigen Lärm.

Wann wird es den politischen Entscheidungsträgern endlich klar, dass es keine Lösung des Flächenproblems innerhalb der Hamburger Stadtgrenzen geben kann. Man löst die großen Aufgaben der Globalisierung wie etwa Migrationsbewegungen, Verkehrszunahme und Umweltzerstörung nicht in den mittelalterlichen Strukturen eines Stadtstaates. Die richtige Antwort auf diese Fragestellungen ist die konsequente Entwicklung der Metropolregion und die Gründung eines Nordstaates.

Diese Entscheidung zu treffen, würde bedeuten, dass drei Länderparlamente aufgelöst werden könnten und auch bei den übrigen Verwaltungen deutliche Einsparpotentiale gehoben werden könnten. Und genau hier liegt das Problem: Die regionale Politik müsste sich selbst teilweise abschaffen, oder zumindest die eigene Versorgungshängematte mit der bequemen Filzeinlage verlassen. Deshalb sind die ganzen politischen Diskussionen zum Thema Naturzerstörung und Flächenverbrauch in Hamburg nur Scheingefechte. Es geht ausschließlich um die Versorgung der Politiker.

Doch zurück zu den aktuellen Scheinverhandlungen zwischen Nabu und Senat, hier sprechen im Wesentlichen Grüne Parteifreunde miteinander. Gewissermaßen führen Sie ein politisches Selbstgespräch und der Sieger der Entwicklung steht bereits fest!

Tjarks dümmliches Argument, ein Ausbremsen des Wohnungsbaus könnte die Mieten wieder schneller steigen lassen, stimmt hinten und vorne nicht. Die Mieten sind trotz Bautätigkeit exzessiv gestiegen, weil der Zustrom von Menschen nach Hamburg und damit die Nachfrage nach Wohnungen enorm gestiegen sind. Daran wird sich leider in der nächsten Zeit auch nichts ändern, ist der Zuzug doch politisch gewollt.

Aber: Nicht jeder kann zukünftig in Hamburg wohnen, eben so wenig wie jeder an der Elbchaussee leben kann, der es gerne möchte.

Was auffällt, ist das Angebot eines Kuhhandels schon im Vorfeld, Grünflächenvernichtung mit „Aufwertung von „minderwertigen“ Grünflächen zu kompensieren. Fassaden- oder Dachbegrünung sollen als Ausgleich ebenfalls dazuzählen. Wir sehen in unserem Umfeld eine Menge von ungepflegten teilweise vermoosten Balkonen, diese könnte man je nach “Vermoosungsgrad” auch dazuzählen!

Kienscherf (SPD) kommt nochmal mit der Verhandlungsfalle:  Sehen sie doch mal die Schwierigkeiten die wir haben und redet von Notwendigkeiten in unserer Stadt. Wenn der Nabu dafür Verständnis hat, dann tun sie etwas Gutes für Hamburg. Die Notwendigkeiten aber sind Luftreinhaltung, Frischluftschneisen für die Stadt zur Belüftung und Reduzierung der Stadterwärmung, Grünflächen als Naherholung für die Bürger und das Wohlbefinden  unserer Kinder. Kinder die im Grünen aufwachsen, haben weniger psychische Erkrankungen, denen hilft kein grüner Balkon oder die Friedhofsfläche. Insgesamt wird man das Gefühl nicht los, dass es bei diesen Verhandlungen nicht um den Erhalt des Hamburger Stadtgrüns, sondern hauptsächlich um die Versorgung und die Machtperspektive der Grünen Politiker/innen geht, denen die Natur anscheinend völlig egal ist.