Sanierungs-Irrsinn Seit Jahren: SAGA lässt Wohnungen leerstehen

HLKV_CMYKQuelle: Mopo Hamburg 2.3.18

Altona-Altstadt

Mitten in Altona-Altstadt, in Sichtweite der Wohnung von Olaf Scholz, stehen seit Jahren acht Wohnungen leer. Das Gründerzeithaus in Traumlage gehört der städtischen Wohnungsgesellschaft Saga. Die früheren Mieter mussten in teurere Wohnungen umziehen – für eine Sanierung, die bisher nicht stattfand.

„Städtisch und fürsorglich war das nicht, was mit uns gemacht wurde“, erklärt eine frühere Bewohnerin des Hauses Schillerstraße 16. Bis 2014 hat sie in dem Haus mit der hübschen Gründerzeitfassade gewohnt, schräg gegenüber vom Bürgermeister. Die Mutter von zwei Kindern spricht von „Druck“, der auf die Bewohner ausgeübt wurde, seit die Saga 2012 die Sanierung des denkmalgeschützten Hauses angekündigt hatte. So hat die Saga etwa – erfolglos – versucht, die Wohnungen beim Bezirksamt Altona für „unbewohnbar“ erklären zu lassen.

Andree Wenzel, ihr einstiger Nachbar, nennt das Vorgehen des städtischen Vermieters „skandalös“: „Die haben das Haus entmietet und lassen es jetzt verfallen.“ Gestern, bei minus acht Grad, stand ein Fenster im ersten Stock offen.

Einige Wohnungen stehen seit 2013 leer. Im Januar 2015 waren sieben Familien ausgezogen, die letzte Mieterin strich 2016 die Segel. Anschließend wurde die Heizung herausgerissen und einige Decken geöffnet. Sonst passierte – nichts. Wie kann das sein?
Das städtische Unternehmen schiebt den Schwarzen Peter dem Bezirksamt Altona zu: „Die Saga-Unternehmensgruppe hat am 4. Dezember 2015 einen Antrag für die Baugenehmigung eingereicht“, erklärt Saga-Sprecher Gunnar Gläser, „eine endgültige Baugenehmigung erhielt das Unternehmen erst am 9. Februar 2018.“ Das Bezirksamt konnte die lange Bearbeitung gestern noch nicht erklären.

Das Wohnen an der Schillerstraße war günstig: 760 Euro warm für 85 Quadratmeter mit Zugang zum Garten – ein Traum. „Die Wohnung, die die Saga uns als Ersatz geboten hat, kostet uns jeden Monat 400 Euro mehr“, erklärt die frühere Bewohnerin. Die Wohnungen waren in Ordnung: „Wenn wir kleinere Reparaturen, etwa im Treppenhaus, forderten, wurden wir abgewimmelt – und plötzlich tat die Saga so, als stünde das Haus vor dem Zusammenbruch.“

Jurist Marc Meyer von „Mieter helfen Mietern“, der die Bewohner 2013 im Streit mit der Saga vertreten hat, ist entsetzt: „Es ist unter sozialen und rechtlichen Aspekten unerträglich, dass das städtische Wohnungsunternehmen ein gut funktionierendes Mietshaus entmietet und jahrelang leer stehen lässt.“

Ursprünglich sollten die Bauarbeiten Ende 2014 fertig sein. Neuer Termin: Baubeginn frühestens Oktober 2018. Bezugsfertig wären die Wohnungen ein Jahr später.

Kommentar: Augen auf, Herr Bürgermeister!

Die Saga lässt acht Wohnungen im begehrten Altona jahrelang leerstehen – unfassbar.  Die Erklärung des Unternehmens: zweifelhaft. In Zeiten , in denen riesige Neubauprojekte in „beschleunigten Verfahren“  ratzfatz genehmigt werden, soll das Prozedere bei diesem Haus  zwei Jahre gedauert haben? Was viel näher liegt: Ebendiese Neubauten kosten die Saga so viel Geld und Arbeitskräfte, dass so ein paar leerstehende Bestandswohnungen als Pipifax gelten. Und der stolze Wohnungsbaumeister Olaf Scholz? Der hat immer gerade die Augen zu, wenn er an dem städtischen Leerstand in seiner Straße vorbeifährt. Augen auf, Herr Bürgermeister!

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Landunter in Hamburg?

Zu Abendblatt vom 13.1.2018

Wenn zu viel direkte Demokratie Politiker stört

Den Herren Tjarks und Dressel geht es gar nicht um die möglichen oder tatsächlichen Kosten bei den Kitas oder anderen Volksentscheiden. Ihnen geht es darum, die direkte Demokratie praktisch unmöglich zu machen. Oder sollten SPD und Grüne mit ihrer Forderung nach Verantwortung für die Finanzierung ‚Finanzierungspläne‘ à la Elbphilharmonie meinen?

800 Mio. Euro hat die Elphi gekostet. Bei 3% effektivem Jahreszins müssen die Hamburger Bürger jedes Jahr etwa 40,4 Mio. Euro aufbringen, um die Kosten für die Elphi bis 2047, also innerhalb von 30 Jahren (einer Generation) zu tilgen.

Legt man den „Gewinn“ von 542.000 € , der ja 2017 erzielt worden sein soll, auch für die nächsten 30 Jahre zugrunde, dann werden die Hamburger Bürger über 123 Jahre an der Elphi bezahlen. Wissen das die Wählerinnen und Wähler? Hat man sie vorher gefragt? Hat man einen Finazierungsplan vorgelegt?

Michael Kuckhoff

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Verschwindet Hamburgs Grün? Ja oder nein?

Gegenwehr unbedingt erforderlich!

Trotz Bedenken wegen der geringen Durchsetzungskraft der Nabu-Initiative „Hamburgs Grün erhalten ruft der HLKV zur Unterstützung dieser Volksinitiative auf.
Auf jeden Fall bietet sie eine gute Chance, auf den ökologisch äußerst fatalen Bauwahn des Hamburger Senats aufmerksam zu machen und in der Bevölkerung ein Bewusstsein über die schwerwiegenden Folgen dieser Senatspolitik zu schaffen.
Wenn Bürgermeister Scholz sagt, er wolle nie mehr aufhören zu bauen, dann ist das eine Kampfansage an alle Hamburger und irgendwann, egal ob in 20, 30 oder noch mehr Jahren, das Ende des Grüns in dieser Stadt. Er greift auf Landschaftsschutzgebiete, Grünflächen, Parks, Frischluftschneisen, Schrebergärten und die Randgebiete zu, auf alles das, was die Stadt lebenswert macht und zur Gesunderhaltung der Menschen beiträgt. Dann haben wir ein Groß-Hamburg in Beton.
Zehntausend Wohnungen im Jahr, am besten noch mehr?
Die Tatsache, dass etliche Experten mit ihren ökologisch und sozial verträglichen Modellen ungehört geblieben sind und bei der Stadtplanung nicht berücksichtigt wurden, nährt weiterhin den Verdacht, dass die nicht erfüllten Versprechungen an die Bauwirtschaft im Rahmen von Olympia nun dazu führen, dass der Beton in ganz Hamburg verbaut werden muss. Somit haben wir es, wie eh und je, mit einer investorengelenkten Bebauung der Stadt zu tun.
Der Slogan „Wachsende Stadt“ wirft die Frage auf, wer möchte denn eigentlich den ungebremsten Zuzug nach Hamburg? Für wen soll sie wachsen und wo soll sie wachsen?
Die Aufgeregtheit der Presse und der vom Wohnungsbau profitierenden Branche mit ihren Vereinen, Verbänden und Gesellschaften und die Parteien, mit der dauernden Angst vor dem Wählerverlus, zeigen, dass die Meinungshoheit nicht allein in ihren Händen bleiben darf. Sie gehört gleichberechtigt zu den negativ davon betroffenen Hamburgern und den wirtschaftlich unabhängigen Schützern unserer Lebensgrundlagen.
Das alles muss jeden Bürger im Rahmen seiner Kräfte veranlassen, sich diesem Trend zu widersetzen und seine Bedürfnisse und Vorstellungen zum Erhalt seiner weiterhin lebenswerten Stadt zu äußern. Dafür gibt es viele Möglichkeiten, eine davon ist die Unterstützung der Nabu-Initiative!